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30.08.2019 14:19 Uhr

§175 – Jetzt mehr Entschädigungsmöglichkeiten!


4. 9. Klaus Schirdewahn berichtet über seine Verurteilung und wie er seine Rehabilitierung und Entschädigung erlebt hat.

»Ich habe mich gefühlt wie ein Schwerverbrecher«, sagt Klaus Schirdewahn. 1965 wurde er nach Paragraf 175 verurteilt, der sexuelle Handlungen zwischen zwei Männern verbot. Die Verhaftung war sein Coming-out. »Ich dachte, die Welt geht unter«, berichtet Schirdewahn. Seine Familie verschwieg seine Homosexualität. Das Gericht verurteilte ihn zu einer zweijährigen Therapie, um »normal zu werden«. Er führte eine Ehe, mit Kind. »Doch am Ende war die Männerliebe größer.«
Bei dieser Infoveranstaltung informiert Reinhard Klenke von der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren über den aktuellen Stand der Rehabilitierung und Entschädigung betroffener Personen. Klaus Schirdewahn, der Opfer des §175 wurde und vor gut einem Jahr eine Entschädigung erhalten hat, berichtet über seine Verurteilung und wie er seine Rehabilitierung und Entschädigung erlebt hat.


Seit dem 22. Juli 2017 sind alle Urteile aufgehoben, die nach §§ 175, 175a StGB, § 151 StGB-DDR, ergangen sind. Alle betroffenen Personen sind automatisch rehabilitiert, eine Entschädigung kann beantragt werden. Zusätzlich gelten seit dem 13. März 2019 erweitere Entschädigungsmöglichkeiten, um zum Beispiel berufliche und gesundheitliche Nachteile anerkennen zu lassen. Die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren berät und unterstützt alle Anspruchsberechtigten unter der kostenfreien Hotline 0800 – 175 2017.
Abgerundet wird die Infoveranstaltung durch eine Kurzvorstellung der Angebote für ältere Lesben und Schwule in Köln. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem rubicon, der Aidshilfe Köln und dem Centrum Schwule Geschichte Köln statt.

Wann: Mittwoch, 04. September 2019, 19 Uhr
Wo: rubicon, Rubensstraße 8-10, 50676 Köln
Eintritt frei.